Mittwoch, 10. Juni 2009

on the road

Wir sind auf dem Highway Nr. 16 Richtung Saskatoon um letztendlich in Calgary anzukommen. Wahnsinn (!): wir sind seit fast sechs Stunden unterwegs und es hat noch keine wesentliche Veraenderung der Landschaft bezueglich Vegetation und Struktur stattgefunden. Es ist flach, unendlich flach und alles voll mit Feldern. Auch das Wetter haelt sich konstant. Es hat heute morgen in Winnipeg angefangen zu regnen, und dabei blieb es bis jetzt (sieben uhr). Demnaechst werden wir in Yorkton ankommen und erhoffen uns endlich einen Starbucks.
Winnipeg haben wir mit $100 Verlust verlassen, unsere Arbeitserfahrung als Dachdecker beschraenkte sich wetterbedingt auf 16 Stunden.Als es dann heute wieder hiess Arbeit faellt aus wegen Regen, haben wir spontan die Koffer gepackt und Winnipeg den Ruecken gekehrt. Rumgammeln kann man ueberall besser als in Winnipeg (ausser hier vielleicht). Canadas Mordhauptstadt hat ausser einigen Museen und Kunstgalerien nur noch “the Forks” zu bieten, einer Flussgabelung, ueber welche einst einen wichtigen Handelspunkt darstellte. Bei schoenem Wetter war dies unser Ziel. Viel mehr als abhaengen und Buecher lesen war aber auch nicht drin.
Auch sehr auffaellig waren die kanadischen Ureinwohner, die sich ueberall in der Stadt aufhalten. Alle zehn Meter wird man nach einer Zigarette oder etwas Kleingeld gefragt. Das Problem ist, dass sie durch die englischen Einwanderer alle so dermassen auf Drogen sind und seither diese Abhaengigkeit von Generation zu Generation weitergeben. Das Problem kann wohl politisch schwer geloest werden. Schliesslich kann man die “Aborigines”, “Natives” oder sehr abwertend “Indians” nicht bevormunden. So wird das Problem ignoriert und die einstigen Ureinwohner werden mit skeptischen Augen auf der Strasse betrachtet oder einfach ignoriert.

Kalle hat Fisch gegessen! Es ergeben sich also ganz neue Moeglichkeiten der Nahrungsaufnahme. Subway hat ja nun anscheinend leider die Scrabbleaktion aufgegeben, wodurch wir unseren Traum $ 10.000 zu gewinnen wohl entgueltig beilegen muessen.

Durch Jeff, den wir im Hostel kennenlernten, haben wir ein paar Kontakte zu einigen Elektrikern in Calgary erhalten, welche wir dann auch gleich als erstes abchecken werden.
Hier scheint einiges ueber Kontakte zu laufen. Waehrend eines Abends in der Hostelbar trafen wir Seyr, einen unserer Dachdeckerkollegen, der uns seinen Freunden vorstellte (auch Dachdecker) und schon wurden wir mit Jobangeboten ueberhaeuft. Begibt man sich selbst auf die Suche, findet man allerdings kaum etwas. Ein derartiger Versuch endete mit der Bewerbung bei einer Fisch- und einer Dachstuhlfabrik.

Es faellt mir schwer, mir vorzustellen, warum die Leute in einer Gegend wie dieser hier leben. Bei allen Gespraechen, in denen das Wort “Vancouver” faellt, wird klar, dass eigentlich alle Kanadier irgendwie dort leben wollen. Dennoch bleiben viele in Orten wie Winnipeg. Auch das ist vielleicht ein “Problem”, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Die Einwanderer suchten wohl nach Unabhaengigkeit, und fanden hier, in den unendlichen Weiten unendliche Freiheit.

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Inzwischen sind wir in Calgary und suchen mal wieder Arbeit. bis bald!

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